Samsung Odyssey 2027: OLED-Monitore mit 360 Hz und ein 1.100-Hz-Modell zur Gamescom

Zur Gamescom 2026 in Köln hat Samsung am 27. August seine Gaming-Monitore für das Modelljahr 2027 gezeigt. Die Odyssey-Reihe bekommt gleich vier Neuzugänge: den 49 Zoll breiten Odyssey OLED G9, den gebogenen 42-Zoll-Monitor Odyssey OLED G7, den 32-Zoll-Monitor Odyssey OLED G8 und den Odyssey G6 mit einer Bildwiederholrate von bis zu 1.100 Hertz. Wir erklären, welche Zahlen dahinterstecken, was davon im Spielalltag wirklich zählt und was Samsung noch offen lässt.
Die Ankündigung im Überblick
Vorgestellt wurde die Reihe auf einer eigenen Gamescom-Session mit dem Titel „The Next Era of Gaming Displays“. Auf der Bühne standen der Odyssey OLED G9 (Modell G95SJ) und der Odyssey OLED G7 (G75SJ), während der Odyssey OLED G8 (G80SJ) und der Odyssey G6 (G60H) per Videoeinspielung gezeigt wurden. Samsung selbst betont, die Neuheiten böten „Weltpremieren“ bei Geschwindigkeit, Bildschirmgröße, Bildqualität und Darstellungsmodi. Wichtig zu wissen: Preise und Marktstarttermine nennt das Unternehmen nicht. Die Meldung spricht lediglich davon, dass Verfügbarkeit je nach Markt variiert und Details später folgen; nur der Odyssey G6 soll laut Text in der zweiten Jahreshälfte 2026 weltweit erhältlich sein.
Odyssey OLED G9: 49 Zoll, 360 Hertz, zwei Modi
Der G9 ist der Ultrawide der Reihe. Samsung bezeichnet ihn als weltweit ersten 49-Zoll-Gaming-Monitor im DQHD-Format (5.120 x 1.440 Pixel) mit 360 Hertz. Zum Einsatz kommt ein QD-OLED-Panel der fünften Generation mit der Technik „Penta Tandem“, einem fünflagigen Aufbau. Nach Herstellerangaben ist er bis zu 1,3-mal effizienter als sein Vorgänger und soll bis zu die doppelte Lebensdauer erreichen. Eine RGB-Stripe-Subpixelanordnung soll Farbsäume verringern und Text schärfer darstellen; die Spitzenhelligkeit beziffert Samsung auf bis zu 1.300 Nits bei einem Anteil von drei Prozent der Bildfläche.
Ein zweiter Modus ist „Dual HD“ mit 2.560 x 720 Pixeln, in dem der Monitor bis zu 720 Hertz erreicht. Die Reaktionszeit gibt Samsung mit 0,03 Millisekunden (Grau-zu-Grau) an. Solche Modi sind ein Kompromiss: Für kompetitive Shooter senkt man die Auflösung zugunsten der Geschwindigkeit, für Rollenspiele und Filme schaltet man auf die volle Breite zurück. Ob 720 Hertz überhaupt Vorteile bringen, hängt davon ab, ob PC und Spiel genügend Bilder liefern; unser Beitrag zu Bildrate und Bildwiederholrate erläutert diesen Zusammenhang.
Odyssey OLED G8: 4K mit drei Modi
Der 32-Zoll-G8 setzt auf UHD-Auflösung. Auch er nutzt das QD-OLED-Panel der fünften Generation mit RGB-Stripe-Anordnung. Bemerkenswert ist der „Triple Mode“: UHD mit 360 Hertz, QHD mit 520 Hertz oder Full HD mit 680 Hertz lassen sich umschalten. Für tagsüber genutzte Räume nennt Samsung die Beschichtung „Glare Free“, deren Folie 54 Prozent weniger glänzend sein soll als eine herkömmliche Entspiegelungsfolie. Es gibt VESA DisplayHDR TrueBlack 600, wobei laut Fußnote die Zertifizierung erst zum Marktstart abgeschlossen wird. Ebenso stehen die Zertifizierungen für AMD FreeSync Premium Pro und Nvidia G-Sync Compatible noch aus.
Die Anschlüsse: ein DisplayPort 2.1 (UHBR20), zwei HDMI-Ports, ein USB-C-Anschluss mit 98 Watt Ladeleistung, ein USB-Hub mit zwei Downstream-Ports und KVM-Unterstützung. Letzteres ist praktisch, wenn zwei Rechner an einem Monitor hängen und man mit einer Tastatur und Maus zwischen beiden wechseln will.
Odyssey OLED G7: eine neue Kategorie mit 42 Zoll
Der G7 ist ein 42 Zoll großer, gebogener 16:9-OLED-Monitor mit 1000R-Krümmung, 4K-Auflösung, 165 Hertz und 0,03 Millisekunden Reaktionszeit. Samsung nennt ihn die erste 42-Zoll-Kurve dieser Art und beziffert die Bildfläche im Vergleich zum früheren 32-Zoll-Modell um rund 72 Prozent größer. Die Krümmung mit einem Radius von 1.000 Millimetern rückt die Bildränder näher an das Blickfeld, gedacht ist der Monitor für Rollenspiele und Open-World-Titel mit kinoartiger Wirkung. Auch hier soll Glare Free Spiegelungen verringern. Bei einem so großen Monitor sollte man den Sitzabstand bedenken: Wer zu nah sitzt, muss ständig den Kopf drehen, wer weiter weg sitzt, verliert einen Teil der Detailschärfe. Allgemeine Kaufkriterien haben wir im Ratgeber Gaming-Monitor kaufen: Worauf achten? zusammengestellt.
Odyssey G6: bis zu 1.100 Hertz für Shooter-Profis
Der 27-Zoll-G6 setzt auf ein Fast-IPS-Panel und eine Reaktionszeit von 1 Millisekunde. Samsung nennt bis zu 1.100 Hertz in HD und bis zu 600 Hertz in QHD über den Dual Mode. Das Gerät baut auf einem auf der CES 2026 gezeigten Modell auf, dessen finale Spezifikation nun feststeht. Zielgruppe sind Spieler kompetitiver Shooter, bei denen jedes Bild zählt. Für viele Nutzer dürfte der Vorteil gegenüber 360 Hertz kaum wahrnehmbar sein, und genau hier lohnt der ehrliche Blick: Nur wer auch die entsprechende Bildrate erzeugt, hat einen Nutzen. Verzögerungen entstehen nicht allein im Bildschirm, sondern auch bei Peripherie und Software; dazu erklärt unser Beitrag zum Input Lag, wo die Latenz entsteht.
HDR10+ Gaming und 3D-Unterstützung
Neben den Panels rückt Samsung Software-Partnerschaften in den Fokus. Zusammen mit Activision Blizzard wird die Technik HDR10+ GAMING in die Entwicklung von „Call of Duty: Modern Warfare 4“ eingebunden; sie soll Farben und Kontraste so darstellen, wie es das Entwicklerstudio beabsichtigt. Samsung plant, das Ökosystem bis zur ersten Jahreshälfte 2027 auf mehr als 20 große Titel auszuweiten. Außerdem wird die 3D-Spielunterstützung „Odyssey 3D“ erweitert; als neue Titel nennt der Hersteller unter anderem „Cyberpunk 2077“ und „Cronos: The New Dawn“, die auf der Bühne gezeigt wurden. Der Zusatz in der Meldung, dass die Bilder KI-generierte Elemente enthalten, die abgebildeten Produkte aber nicht, ist ein fairer Hinweis für die Lektüre der Pressefotos.
Einordnung: Was ist für wen sinnvoll?
OLED-Monitore bieten tiefes Schwarz und sehr kurze Reaktionszeiten, haben aber ihre eigenen Tücken, etwa das Risiko von Einbrennen bei statischen Inhalten und geringere Helligkeit bei großen hellen Flächen. Samsung verspricht mit der neuen Panel-Generation eine längere Lebensdauer, doch belastbare Langzeitdaten dazu gibt es erst nach einigen Jahren im Feld. Wer viel spielt und wenig statische Fenster nutzt, profitiert am stärksten. Für den Bürobetrieb ist die Kombination aus USB-C mit 98 Watt und KVM-Schalter am G8 interessant, weil ein einzelnes Kabel den Laptop lädt und Bild und Peripherie überträgt. Eine Grafikkarte, die 4K bei 360 Bildern pro Sekunde in aktuellen Titeln liefert, ist dagegen kaum realistisch; hier können Bildgenerierungstechniken helfen, deren Funktionsweise unser Artikel zur Frame Generation beschreibt.
Was noch fehlt
Für einen Kaufentscheid fehlen wichtige Daten: Preise, deutsche Marktstarttermine und die Ergebnisse der noch ausstehenden Zertifizierungen. Auch die Angaben zu Helligkeit und Lebensdauer sind Herstellerwerte. Wer nicht zwingend jetzt kaufen muss, wartet besser auf unabhängige Tests, die Farbtreue, Einbrennverhalten und Praxisleistung prüfen.
Fazit
Die Odyssey-Reihe 2027 zeigt, wohin sich der Markt bewegt: OLED wird zum Standard im Premium-Segment, die Bildwiederholraten wandern in Regionen, in denen die Grenze des sinnvollen Nutzens erreicht ist, und Umschaltmodi geben Spielern die Wahl zwischen Schärfe und Geschwindigkeit. Für Rollenspielfans dürfte der gebogene 42-Zöller die interessanteste Neuheit sein, für kompetitive Spieler der G6, für Allrounder der G8. Bis zu Preis und Testberichten bleibt es bei einer gut informierten Vorfreude.


