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iPhone 18 Pro und Pro Max: Variable Blende, A20 Pro und deutlich mehr Akku

iPhone 18 Pro und Pro Max: Variable Blende, A20 Pro und deutlich mehr Akku

Apple hat am 9. September 2026 die neue Pro-Generation seines Smartphones vorgestellt: das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max. Die Neuerungen konzentrieren sich auf vier Bereiche, die das Unternehmen selbst als entscheidend für Pro-Nutzer bezeichnet: Kamera, Rechenleistung, Akkulaufzeit und künstliche Intelligenz. Besonders auffällig ist dabei eine Premiere im iPhone: Die Hauptkamera bekommt erstmals eine Blende, die sich mechanisch verstellen lässt. Wir ordnen ein, was dahintersteckt, was die Neuerungen im Alltag bedeuten könnten und worauf man in Deutschland achten sollte.

Variable Blende: Was die neue Hauptkamera anders macht

Bisher hatte jedes iPhone eine feste Blendenöffnung. Beim iPhone 18 Pro ändert sich das: Die neue 48-Megapixel-Hauptkamera, von Apple „Fusion Main“ genannt, arbeitet mit sechs lasergeschnittenen Lamellen, die ein neuer Rotor-Mechanismus bewegt. Damit stehen vier Blendenstufen zur Verfügung. Apple nennt drei konkrete Beispiele: Für Aufnahmen bei wenig Licht öffnet sich die Blende bis ƒ/1,48, für Porträts kommt ƒ/1,8 zum Einsatz, und bei Gruppenfotos lässt sie sich auf ƒ/4 schließen, damit mehr Personen im Bild scharf bleiben.

Im Alltag übernimmt die Kamera die Wahl automatisch und stellt sich auf Licht und gewünschte Tiefenschärfe ein. Wer selbst eingreifen möchte, kann eine der vier Stufen in der Kamera-App manuell festlegen. Entwickler bekommen zusätzlich eine Programmierschnittstelle, sodass auch Apps von Drittanbietern die Blende steuern können. Der Hersteller hat dazu einen neuen Sensor verbaut, der nach Firmenangaben die Bildqualität verbessert. Für Fotografinnen und Fotografen ist das eine spannende Entwicklung, denn bislang ließ sich die Tiefenschärfe auf dem Smartphone vor allem per Software simulieren. Wie sich das Konzept in der Praxis schlägt, müssen unabhängige Tests zeigen; die Grundidee ist aber klar: mehr optische Kontrolle statt reiner Nachbearbeitung. Wer die Hintergründe der Bildverarbeitung verstehen will, findet in unserem Ratgeber zur Computational Photography eine gute Ergänzung.

Pro-Steuerung, Fotostile und Videofunktionen

Neben der Hardware erweitert Apple die Kamera-App um „Pro controls“. Nutzer können dort Blende, Verschlusszeit und Weißabgleich manuell einstellen und sich zur Belichtungskontrolle ein Histogramm einblenden lassen. Die Fotostile bekommen zusätzliche Regler für Textur und Körnung, sodass sich Farbe und Hauttöne gemeinsam feiner abstimmen lassen. Eine neue Bildverarbeitungspipeline soll zudem für mehr Detailtreue bei der Hauptkamera sorgen.

Beim Video ergänzt Apple mehrere Funktionen: Cinematic-Effekte lassen sich jetzt nachträglich auch auf Clips mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde anwenden, Zeitraffer-Aufnahmen sind in 4K mit Dolby Vision HDR möglich, und die Audio-Mix-Funktion erhielt neue Algorithmen für klarere Stimmen und die Möglichkeit, Musik zu isolieren.

Apple Reference Image: Echtheitsnachweis für Fotos

Ein Thema mit gesellschaftlicher Relevanz ist „Apple Reference Image“. Der neue Sensor der Hauptkamera kann nach Apple-Angaben jedes Pixel signieren. Im neuen Referenzmodus erfasst die Kamera signierte Sensordaten, aus denen die Private Cloud Compute ein unveränderliches Referenzbild entwickelt. In der Fotos-App lässt sich dieses Referenzbild wie ein digitales Negativ neben dem eigentlichen Foto ansehen, um zu prüfen, ob nachträglich bearbeitet wurde. Zusätzlich sollen Bildmetadaten und ein künftiger Support des Standards SynthID helfen, KI-generierte oder KI-bearbeitete Bilder zu erkennen. Apple richtet sich damit ausdrücklich auch an Fotojournalisten. Zum Hintergrund, wie solche Herkunftsnachweise grundsätzlich funktionieren, empfehlen wir unseren Beitrag zu KI-Wasserzeichen und Content Credentials.

A20 Pro, neue Kühlung und Funkchips

Im Inneren arbeitet der A20 Pro, gefertigt im 2-Nanometer-Verfahren. Laut Apple bietet er 50 Prozent mehr Speicherbandbreite als der A19 Pro, eine neue 6-Kern-CPU mit integrierten Neural Accelerators, eine 7-Kern-GPU, die bis zu 40 Prozent schneller sein soll, sowie eine neue Neural Engine mit zweimal 16 Kernen, also insgesamt 32 Kernen. Das verdoppelt laut Hersteller die KI-Rechenleistung gegenüber dem Vorgänger.

Spannend ist die Gehäusetechnik: Der Chip sitzt in einem neuen Package, bei dem Prozessor und Arbeitsspeicher nebeneinander liegen. Dadurch verlässt der Speicher den thermischen Pfad des Chips, und der A20 Pro kann direkt an eine Vapor Chamber der nächsten Generation angebunden werden. Diese hat dreimal so viel Fläche wie im iPhone 17 Pro und soll bis zu 40 Prozent mehr Dauerleistung ermöglichen. Für Spiele und lange Videoexporte ist genau das der relevante Wert, denn nicht die kurze Spitzenleistung, sondern die Leistung nach einer halben Stunde entscheidet über das Nutzungserlebnis.

Beide Modelle erhalten außerdem den Apple-eigenen Netzwerkchip N1 mit Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und Thread. Das neue Mobilfunksystem C2 soll KI-gestützt die Verbindungsqualität verbessern, deutlich schnellere Uploads als C1X liefern, dabei 15 Prozent weniger Energie verbrauchen und unterstützt erstmals mmWave in den USA. Für den deutschen Markt ist mmWave irrelevant, die übrigen Verbesserungen dagegen betreffen alle.

Akku und Laden: Die größten Sprünge

Bei der Akkulaufzeit nennt Apple die größte Steigerung, die es je bei einem iPhone gab. Die Modelle ohne physischen SIM-Slot erreichen bis zu 36 Stunden Videowiedergabe beim iPhone 18 Pro und bis zu 45 Stunden beim iPhone 18 Pro Max. Kabelgebunden lädt das iPhone 18 Pro in rund 15 Minuten auf bis zu 50 Prozent, kabellos in etwa 30 Minuten. Beim Pro Max liefern fünf Minuten am Kabel Energie für etwa sieben Stunden Video. Wichtig für die Einordnung: Die Höchstwerte gelten ausdrücklich für die eSIM-only-Varianten, die laut Apple in einer begrenzten Länderliste angeboten werden, in der Deutschland nicht genannt ist. Die Ersparnis von zwei Stunden Videowiedergabe entsteht, weil der frei gewordene Platz des SIM-Fachs für einen größeren Akku genutzt wird. Grundlagen zur digitalen SIM finden Sie in unserem Artikel zur eSIM, und wer wissen will, wie sich die Ladetechnik einordnet, liest am besten unseren Überblick zu Qi2 und MagSafe.

Dynamic Island, Farben und Zubehör

Die Dynamic Island wurde neu gestaltet, um mehr Informationen zu zeigen; sie kann jetzt bis zu drei Live Activities gleichzeitig darstellen und dient weiterhin Face ID. Die Geräte gibt es in Schwarz, Silber, Glacier und dem neuen Burgundy, mit 256 GB, 512 GB, 1 TB oder 2 TB Speicher. Neu ist außerdem ein Handschlaufen-Zubehör, das aus recyceltem Polyester gewebt ist und mit eingelassenen Magneten zusammenhält, dazu kommen neue Silikon- und TechWoven-Hüllen sowie Umhängeriemen. Beim Umweltprofil nennt Apple 40 Prozent recycelte Materialien insgesamt, 100 Prozent recyceltes Kobalt im Akku und 85 Prozent recyceltes Aluminium im Gehäuse.

iOS 27, Apple Intelligence und der neue Siri-Start

Ausgeliefert werden die Geräte mit iOS 27. Herzstück ist „Siri AI“, eine grundlegend neu entwickelte Version des Assistenten, die zunächst als Beta erscheint und Persönlichen Kontext, Bildschirmerkennung und weitreichende App-Aktionen kombiniert. Für die Kamera gibt es einen Siri-Modus, um Informationen zu dem zu bekommen, was vor der Linse liegt. Für Leserinnen und Leser in Deutschland gilt jedoch Vorsicht: Laut Apples Ankündigung zur Software ist Siri AI zum Start auf iOS in der EU nicht verfügbar, und die Beta unterstützt zunächst Englisch. Die technischen Grundlagen, auf denen solche Funktionen aufbauen, erklären wir im Beitrag zur On-Device-KI auf Smartphones. Apple Intelligence selbst unterstützt laut Hersteller auch Deutsch als Sprache.

Preise, Vorbestellung und Verfügbarkeit

Vorbestellungen begannen am 12. September, ausgeliefert wird seit dem 18. September in mehr als 65 Ländern und Regionen, darunter Deutschland. In 20 weiteren Märkten folgt der Start am 25. September. Preise nennt die Ankündigung in US-Dollar: Das iPhone 18 Pro startet in den USA bei 1.199 Dollar, das iPhone 18 Pro Max bei 1.299 Dollar. Deutsche Euro-Preise enthält die Pressemitteilung nicht; sie sind im Apple Store nachzulesen. Für Umsteiger gibt es das Inzahlungnahme-Programm, in den USA zusätzlich Leasing und Carrier-Angebote.

Einordnung: Für wen sich das iPhone 18 Pro lohnt

Wer bereits ein iPhone der letzten zwei Generationen besitzt, wird vor allem von drei Dingen profitieren: der Kamera mit echter Blendensteuerung, der besseren Dauerleistung durch die Kühlung und der längeren Laufzeit. Das iPhone 17 bleibt für viele Käufer ein sinnvoller, günstigerer Einstieg, während das iPhone Air einen ganz anderen Schwerpunkt auf Schlankheit legt.

Fazit

Das iPhone 18 Pro ist ein Update mit klarer Ausrichtung: Es geht um die Kamera als Werkzeug, um konstante Leistung und um Laufzeit. Die variable Blende ist die interessanteste technische Neuerung, die Echtheitsprüfung per Referenzbild ein wichtiges Signal in Zeiten von KI-Bildern. Wer in Deutschland kauft, sollte allerdings wissen, dass die Höchstwerte beim Akku an eSIM-only-Modelle geknüpft sind und der neue Siri-Assistent hierzulande zunächst nicht bereitsteht. Vor dem Kauf lohnt es sich, den eigenen Nutzungsschwerpunkt ehrlich zu prüfen: Wer ohnehin selten manuell fotografiert und ein aktuelles Modell hat, kann die Generation ruhig auslassen. Wer dagegen anspruchsvoll filmt, viel spielt oder lange Akkulaufzeit braucht, findet im iPhone 18 Pro ein stimmiges Paket.