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Lenovo Legion Go im Vergleich: Ein dritter Weg neben Steam Deck und ROG Ally

Lenovo Legion Go im Vergleich: Ein dritter Weg neben Steam Deck und ROG Ally

Während sich die Diskussion um PC-Gaming-Handhelds lange auf das Duell zwischen ROG Ally X und Steam Deck OLED konzentrierte, hat sich mit Lenovos Legion-Go-Reihe ein dritter, eigenständiger Ansatz etabliert. Statt sich klar für die eine oder andere Philosophie zu entscheiden, kombiniert Lenovo Elemente beider Konzepte und ergänzt sie um ein Alleinstellungsmerkmal, das bislang kein anderer großer Hersteller in dieser Form anbietet: vollständig abnehmbare Controller.

Abnehmbare Controller als Alleinstellungsmerkmal

Das ursprüngliche Legion Go setzt auf zwei seitlich angedockte Controller, die sich komplett vom Gerät lösen lassen – ähnlich dem Prinzip der Nintendo-Switch-Joy-Cons, allerdings in deutlich größerer, für Erwachsenenhände optimierter Form. Dadurch lässt sich das Gerät wahlweise als klassisches Handheld, mit auf einen Tisch gestelltem Bildschirm und separat gehaltenen Controllern, oder sogar mit einem der Controller als eigenständige Maus-Alternative nutzen. Diese Flexibilität unterscheidet das Legion Go grundlegend vom fest verbundenen Design des Steam Deck OLED.

Größeres Display, andere Zielgruppe

Mit einem deutlich größeren Bildschirm als Steam Deck und ROG Ally setzt Lenovo klar auf Bildschirmfläche und hohe Bildwiederholrate statt auf minimale Gerätegröße. Das macht das Legion Go insgesamt wuchtiger und schwerer als die Konkurrenz, sorgt im Gegenzug aber für ein spürbar immersiveres Spielerlebnis, gerade bei grafisch anspruchsvollen Titeln mit vielen Detailinformationen auf dem Bildschirm.

Legion Go S: die kompaktere, SteamOS-taugliche Variante

Mit dem Legion Go S hat Lenovo eine kleinere, leichtere Variante ohne abnehmbare Controller nachgelegt, die sich klarer an klassischen Handhelds wie dem Steam Deck orientiert. Bemerkenswert dabei: Das Legion Go S war eines der ersten Geräte eines Drittherstellers, das offiziell mit Valves SteamOS statt mit Windows ausgeliefert wurde – ein Novum, das zeigt, wie sehr sich SteamOS inzwischen als eigenständige Handheld-Plattform jenseits des Steam Deck selbst etabliert hat.

Windows versus SteamOS: die grundsätzliche Weichenstellung

Bei der Wahl zwischen den Legion-Go-Varianten stellt sich letztlich dieselbe Grundsatzfrage wie beim Vergleich zwischen Windows-Handhelds und dem Steam Deck: Windows bietet maximale Kompatibilität mit praktisch jedem PC-Spiel und jedem Store, verlangt dafür aber mehr Einrichtungsaufwand und liefert im Handheld-Format eine weniger optimierte Bedienoberfläche. SteamOS punktet mit einer für den kleinen Bildschirm zugeschnittenen Oberfläche und geringerem Systemoverhead, schränkt die Software-Auswahl außerhalb von Steam jedoch stärker ein.

Leistung im direkten Vergleich zur Konkurrenz

Bei der reinen Rechenleistung bewegen sich aktuelle Legion-Go-Modelle in einer ähnlichen Größenordnung wie ROG Ally X und Steam Deck, da alle drei Geräte auf vergleichbare AMD-Chipgenerationen für Handhelds zurückgreifen. Entscheidender als die reine Rohleistung sind in der Praxis deshalb Faktoren wie Kühlungskonzept, Akkulaufzeit im jeweiligen Leistungsmodus und die Qualität der Software-Optimierung – Bereiche, in denen sich die drei Plattformen durchaus spürbar unterscheiden.

Kompatibilität zur Switch-2-Konkurrenz

Auch wenn Nintendo mit der Switch 2 ein völlig anderes, konsolenorientiertes Ökosystem verfolgt, konkurriert das Gerät im weiteren Sinne um dieselbe Zielgruppe wie PC-Handhelds. Wer bereits eine große PC-Spielebibliothek besitzt und diese unterwegs weiterspielen möchte, ist mit Legion Go, Steam Deck oder ROG Ally besser bedient; wer in erster Linie exklusive Nintendo-Titel spielen möchte, kommt an der Switch 2 nicht vorbei.

Preis und Positionierung

Preislich positioniert sich die Legion-Go-Reihe je nach Ausstattungsvariante zwischen dem eher günstigeren Steam Deck und den höherpreisigen Windows-Handhelds von Asus. Für diesen Aufpreis erhalten Käufer beim Original-Legion-Go vor allem die zusätzliche Flexibilität der abnehmbaren Controller und das größere Display – zwei Eigenschaften, die für manche Nutzer den entscheidenden Unterschied ausmachen, für andere aber nur unnötigen zusätzlichen Umfang bedeuten.

Zubehör-Ökosystem und Docking

Wie die meisten modernen Gaming-Handhelds lässt sich auch das Legion Go über eine Dockingstation an einen externen Bildschirm anschließen und dadurch im Wohnzimmer wie eine kleine Konsole nutzen. In Kombination mit den abnehmbaren Controllern ergibt sich dadurch ein Gerät, das nahtlos zwischen mobilem Handheld, Desktop-Ersatz und Wohnzimmer-Konsole wechseln kann, ohne dass zusätzliche Controller-Hardware angeschafft werden müsste.

Software-Unterstützung und Firmware-Updates

Wie zuverlässig ein Windows-Handheld wie das Legion Go über die Jahre bleibt, hängt maßgeblich davon ab, wie konsequent der Hersteller Firmware- und Software-Updates bereitstellt. Gerade bei einem komplexen Gerät mit abnehmbaren Controllern und mehreren Eingabemodi kommt regelmäßigen Firmware-Aktualisierungen eine besonders wichtige Rolle zu, um Kompatibilitätsprobleme mit neuen Spielen oder Windows-Updates zu vermeiden. Käufer sollten deshalb auch die bisherige Update-Historie des Herstellers in ihre Kaufentscheidung mit einbeziehen, nicht nur die reinen Hardware-Spezifikationen zum Kaufzeitpunkt. Erfahrungsberichte anderer Besitzer in Foren und Community-Gruppen liefern hierzu oft verlässlichere Hinweise als offizielle Werbeversprechen der Hersteller selbst, insbesondere wenn es um die langfristige Zuverlässigkeit der Firmware über mehrere Jahre hinweg geht.

Gewicht und Ergonomie im Dauereinsatz

Das größere Gehäuse und die abnehmbaren Controller bringen zwangsläufig ein höheres Gesamtgewicht mit sich als bei kompakteren Handhelds. Für kurze Spielsitzungen fällt dieser Unterschied kaum ins Gewicht, bei längeren Sessions von mehreren Stunden am Stück berichten manche Nutzer dagegen von spürbarer Ermüdung in Händen und Handgelenken. Wer das Gerät überwiegend im angedockten Zustand mit externem Bildschirm nutzt oder auf einer Oberfläche abgestellt spielt, umgeht dieses Problem größtenteils, da das Eigengewicht in dieser Nutzungsart praktisch keine Rolle mehr spielt.

Kühlung und Akkulaufzeit im Praxisbetrieb

Aufgrund des größeren Gehäuses bietet das Legion Go tendenziell mehr Platz für Kühlkörper und Lüfter als kompaktere Konkurrenzgeräte, was sich bei anspruchsvollen Spielen in einer etwas ruhigeren Geräuschkulisse unter Volllast bemerkbar machen kann. Die Akkulaufzeit hängt dabei, wie bei allen Windows-Handhelds, stark vom gewählten Leistungsmodus ab: Im sparsamsten Modus lassen sich anspruchslosere Titel mehrere Stunden spielen, während grafisch fordernde Spiele im maximalen Leistungsmodus den Akku binnen etwa einer Stunde deutlich strapazieren können.

Eingabegeräte jenseits klassischer Controller

Ein besonderer Vorteil der abnehmbaren Controller zeigt sich bei bestimmten Spielgenres: Ein einzelner, abgenommener Controller lässt sich per integriertem optischen Sensor auch wie eine Computermaus über eine Oberfläche bewegen, was insbesondere Strategiespiele und Shooter-Titel mit präziser Zielsteuerung erleichtert. Diese Zusatzfunktion unterscheidet das Legion Go klar von reinen Steuerkreuz- und Analogstick-Controllern, wie sie bei den meisten anderen Handhelds zum Einsatz kommen.

Fazit

Das Lenovo Legion Go zeigt, dass der Markt für PC-Gaming-Handhelds längst nicht mehr nur aus zwei Lagern besteht. Mit abnehmbaren Controllern, größerem Display und der Wahlmöglichkeit zwischen Windows und SteamOS bei den unterschiedlichen Varianten deckt die Reihe ein breiteres Nutzungsspektrum ab als Steam Deck und ROG Ally – auf Kosten von etwas mehr Gewicht und Komplexität. Für Nutzer, die maximale Flexibilität wichtiger ist als kompakteste Bauform, lohnt sich ein genauerer Blick auf Lenovos Ansatz.